
Frohe Weihnachten


Von Potosí geht es über Tupiza zum Grenzort Villazon auf bolivianischer Seite (ca 350km). Auf der Fahrt bewegen wir uns immer zwischen 2500 – 4000m – also ein kräftiges auf und ab, wobei die Steigungen meistens so bei 3-6% liegen. D.h. aber, dass es Abfahrten von 40-50 km und auch Auffahrten von 40-50 km gibt. Maßgeblich für das Weiterkommen ist somit der Wind – ob er von vorne bremst oder von hinten schiebt🤗.


















Teilweise war es auch recht einsam ….
Erinnert euch das an was ….. 😀
Kurz vor der argentinischen Grenze ist noch der ( neue ) Freilauf von einem Hinterrad eingegangen. War dann als Fixi mit Gangschaltung und Bremse zu fahren….. . Jetzt in Villazon hoffen wir auf die Wunderhände von einem Fahrradmechaniker, der den Freilauf provisorisch repariert.
Nach nahezu 5 Wochen in Bolivien 🇧🇴 verlassen wir dieses Land mit einem weinenden Auge. Als Erinnerung bleiben die
Es wird sehr viel an Infrastruktur in den Dörfern errichtet ( fließendes Wasser in den Häusern, Kanal, Pflasterung der Straßen in den Dörfern, …. ). Und ja, fast in jedem Dorf gibt es eine Schule mit einem großen Sportplatz, wo sich die Kinder auch nach der Schule bis zum Abend austoben können.

Die negative Seite ist das Müllproblem neben den Straßen. Man sieht jede Menge Plastikmüll, Glas und Alu Dosen neben den Straßen liegen. Durch den permanenten Wind wird das Plastik natürlich auch noch weiter in die Landschaft vertragen …. Da gibt es noch jede Menge Potential ….
Aber auf alle Fälle ein Land zum Wiederkommen.
Für alle, die es interessiert – unsere bisherige Reiseroute:

Bis dato sind wir ca.
1.660 km und 18.000 hm
geradelt
Und jetzt sind wir einmal gespannt, was Argentinien 🇦🇷 für uns bereit hält.
Nach der Rückkehr nach Potosí – mit dem Bus – gehts in den Silberberg (Cerro Ricco). Dort arbeiten mehrere 1000 Mineros, um das Silber, Zink und andere Materialien zu gewinnen. Die Wertschöpfung bleibt aber nicht in Bolivien, sondern die getrennten Metalle werden nach Chile und China zur Weiterverarbeitung verkauft.
Im Berg selbst wird vieles händisch erledigt.
Die Hierarchie im Berg ist streng geregelt. Es gibt
Jeder im Berg fängt als Assistent an und kann dann frühestens nach 5 Jahren zum Manager aufsteigen.
Die jungen Burschen und Mädchen fangen so mit 15 – 16 Jahren an zu arbeiten. Auf Grund der widrigen Arbeitsbedingungen ( vor allem Staub ) liegt leider die Lebenserwartung auch heute nur bei 40-50 Jahren.

Herta beim Dynamiteinkauf












Beladung des Hunt im Berg
Entladung des Hunt an der Sammelstelle
Nach mehreren Tagen Stadtbesichtigungen in Potosí und Sucre gehts nun weiter Richtung Argentinien.
Die Fahrt nach Sucre hört sich für Radfahrer für 2 Tage Anreise verheißungsvoll an. Es geht auf 100km von 4100m auf 2200m hinunter und dann auf ca 60km wieder auf 2800m hinauf. Ja, wenn nur nicht am späteren Vormittag immer ein starker Gegenwind (Sturm) aufgekommen wäre… .
Auf der Fahrt selbst gibt es keine landschaftlichen Highlights wie die letzen Tage, dafür merkt man, wie sich durch das Herunterfahren auf 2200m die Natur ändert. Es gibt auf einmal Wiesen, blühende Bäume, Vögel, Grillen, …. Auch die Märkte in den Orten werden bunter.






Am Ende des ersten Tages durften wir in Millares am Sportplatz der Schule campieren und waren bei den Kindern des Dorfes die Hauptattraktion.



Am zweiten Tag ging es dann gegen den Wind nach Sucre, wo wir ein nettes Hostal direkt neben dem Mercado Central und der Plaza Mayor finden.







Erste Eindrücke von Sucre sammeln wir mit Pablo. Er ist eine Guide von den Free Walking Tours, die es weltweit gibt. D.h. man meldet sich für eine Tour an und es gibt keinen fixen Preis, sondern man zahlt das, was einem die Tour wert war.
Sucre selbst ist die alte Hauptstadt Boliviens. In La Paz sind zwar alle Ministerien und die Regierung, aber in Sucre ist der Oberste Gerichtshof. Aus Sicht von Pablo, dem Guide, gibt es in Bolivien 2 Hauptstädte 😀.
Sucre ist so um 1510 gegründet worden und man wähnt sich in einer Stadt in Andalusien















Auch für hungrige Radler ist im Mercado Central oder auf den Straßen gut gesorgt



Boliviens Unabhängigkeit von Spanien ist in der Casa de la Libertad dokumentiert.



Auch die Kathedrale ist sehenswert.





Da wir aber die gleiche Strecke nach Postosi nicht mehr mit dem Rad zurückfahren wollen, gehts morgen in 3 Stunden mit dem Bus zurück.
Das Zentrum von Potosi (rund um den Plazza Major) ist rein spanisch geprägt und zeugt von vergangenem Reichtum.






In der „Casa de la Moneda“ wurden in der Vergangenheit die Silbermünzen für Spanien geprägt, welche aber weltweit als Zahlungsmittel anerkannt wurden.







Auch die Kathedrale (welche früher nur von Spaniern besucht werden durfte) ist ein Highlight.




Aber auch das ist Potosi



Das war’s einmal von Potosi – jetzt gehts weiter nach Sucre, der Hauptstadt von Bolivien.
Wer weiß schon, dass Potosí
Wir nicht …..
Möglich gemacht hat das der über der Stadt thronende Cerro Ricco. Ein Berg, in dem sich schier unerschöpfliche Silberadern befinden. Dieser Berg und die Arbeitskraft der indigenen Bevölkerung hat zum ehemaligen Reichtum diese Stadt und Spaniens maßgeblich beigetragen.
Auch heute ist Potosí eine Bergwerksstadt. Man merkt das, wenn man in den Großraum Potosi kommt, wo der LKW Verkehr, der Staub und die Abgase sprunghaft ansteigen.
Die Fahrt von Uyuni nach Potosi ( ca. 210km ) gestaltete sich landschaftlich sehr abwechslungsreich.






























Von Jirira sind wird dann über den Salar de Uyuni zur Isla Incahuasi geradelt, wo wir eine Zeltnacht verbracht haben












Auf der Insel wohnen seit ca. 50 Jahren Aurelia und Alberto (beide 80+), die einen kleinen Kiosk betreiben. Am Abend wurden wir mit einem Abendessen verwöhnt.


Wie ist es so auf dem Salzsee:
Man muss sich einen gefrorenen, mit ein paar cm Schnee bedeckten See vorstellen. Nur dass das die gesamte Fläche absolut griffig ist. Damit macht das Radfahren wirklich Spaß. Man rollt auf einer gefühlten unendlich großen weißen Fläche fast ohne Widerstand dahin.
Orientierung bieten nur die am Horizont erscheinenden Berge oder die Fahrspuren der Autos, denen man 40-100km folgt.


Die Temperaturen sind jetzt zu Frühlingsbeginn ganz angenehm. So zwischen 10-20 Grad C am Tag und um den Gefrierpunkt in der Nacht.

Leider gibt es auch immer wieder Unfälle auf dem Salar, wovon etliche Kreuze zeugen
Einen kleinen Eindruck von der Fahrt auf dem Solar ist in dem Video zu sehen
Wer mehr über den Salzsee wissen möchte einfach bei Wikipedia nachsehen. https://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Uyuni
Von der Isla Incahuasi geht es dann über 95 km zur – für uns ersten größeren Stadt in Bolivien – Uyuni.

Treffen mit australischen und holländischen Radlerinnen mitten am Salar – alle auf dem Weg Richtung Patagonien




kaum ist man vom Salar weg – was sieht man: Bahngleise!
Uyuni ist erreicht:
Früher war Uyuni ein Bahnknoten, der den Alti Plano mit Argentinien und der Pazifik Küste verbunden hat, um vor allem das Silber und Zink aus den Minen von Potosí weiter zu versenden. Für uns ist Uyuni die erste größere Stadt in Bolivien, wo wir eine ATM Maschine finden, um Bargeld aufzustocken. Aber es gibt lebendige Märkte, einen Salar Tourismus, Cafés und alles, was man so benötigt 😜











In den nächsten Tagen geht es nach Potosi weiter – von wo wir uns wieder melden.
Wir möchten uns jetzt einmal für eure netten Kommentare bedanken! Wir lesen sie alle – und freuen uns jedes Mal total darüber, dass unser Blog so reges Interesse findet!
Auch wir empfinden jeden Tag als spezielle Erfahrung! Als Radler lernt man so viele Leute kennen. Kaum steigt man im Dorf ab, wird man schon gefragt, von wo man kommt und langsam können wir mit unseren minimalen Spanisch Kenntnissen schon einfache Gespräche führen. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und wir haben jeden Tag lustige Erlebnisse. Manche wundern sich, dass wir aus Europa durch ihr Dorf kommen und sind stolz darauf und freuen sich, weil wir auch unsere Begeisterung mitteilen. Als wir in dem halbfertigen Gemeindehaus übernachten durften, hatten wir nach Schulschluss viel Spaß mit den Volksschulkindern – auch dank iPad und Google translate ….
Langsam kommen wir auch in Regionen, wo wir andere Radler treffen und man gefragt wird, wieviele Wochen, Monate oder Jahre man unterwegs ist 😀

Eines der grössten bolivianischen Naturwunder ist der Salar des Uyuni. Von Salinas aus sind wir noch ca 40km eine Sandpiste gefahren, bis wir einen ersten Blick auf den Salar werfen konnten.





Nach dem Bezug einer netten Hospedaje sammeln wir erste Eindrücke vom Salar





Jetzt gehts dann weiter auf die Inseln im Salar …
Seit 7 Tagen sind wir nun auf dem Alti Plano (immer zwischen 3700-3900 m) unterwegs zum weltweit größten Salzsee, dem Salar de Uyuni. Die grobe Route ist: Sajama – Turco – Ancaravi – Orinoca – Santurio de Quillacas – Salinas de Garci-Mendoza. Von da sind es nur mehr 30 km auf einer Dirt Road zum (Salz)See (aber davon später).
Der Tagesablauf hat sich eingependelt. So gegen 07:30 aus dem Zelt kriechen ( vorher ist es zu kalt ) – Frühstück – bis Mittag fahren – Mittagessen bei einer der Garküchen, welche in jedem größeren Ort zu finden sind – bis ca 15/16:00 weiterfahren und dann einen Platz zum Übernachten suchen (Zelt, Hospedaje, Amtsgebäude,… oder was sich so noch findet) und danach eine Kleinigkeit essen. Um ca. 18:30 wird es finster und kalt und wir kuscheln uns gerne in unsere Schlafsäcke.

Gemütlicher Zeltplatz auf dem Weg zum Salar de Uyuni

Nächtigung in Bengal Vito im Gemeindehaus
Eindrücke vom Alti Plano












Impressionen einer Fiesta in Ardamarca
auf rd 300 km geht es ohne nennenswerte Höhenunterschiede fast eben dahin. Die Straßen sowie die Landschaft verschwimmen im Horizont.


Perfekte Stärkung in einer Garküche
Salinas de Garci-Mendoza ist erreicht. Wo wir einen Ruhetag einlegen – uns es gut gehen lassen und einen Blick auf die kommenden Tage auf dem Salar de Uyuni werfen





Morgen geht es dann in 2-4 Tagen weiter über den Salzsee nach Uyuni.
Bilder sagen mehr als Worte …. bei den Geysiren






dann bei der Laguna Huayna Khota




Jetzt gehts dann die nächsten 14 Tage zum Salar de Uyuni.