Eigentlich wollten wir ja auf der Ruta 40 weiter Richtung Süden fahren. Aber dann sind uns Parallelstrassen aufgefallen, welche durch 2 Naturparks führen, die wir natürlich sehen wollten.
Da die Gegend wenig besiedelt ist – eine Stärkung vorher kann nicht schaden 😀
Nach ca. 60 km erreichen wir den Nationalpark. Eine Erkundung kann nur mit einer gebuchten Tour in einem 4 WD Autobus durchgeführt werden.
In diesem Park gibt es faszinierende Canyons, die durch Wasser gebildet wurden.
Einige Eindrücke haben wir eingefangen
Im Parque Nacional Talampaya
Teilweise war´s etwas rumpelig
Am nächsten Tag geht es weiter zum Parque Provincial Ischigualasto, auch bekannt unter Valle de Luna.
Aber bis dahin war noch Horizontfahren angesagt.
Der Park selbst kann nur mit einem Auto besucht werden
Von 2 Touristen aus Uruguay wurden wir in ihrem Auto mitgenommen, um den Park zu erkunden
In diesem Park wurden die Gesteine vom Wind geformt. Wasser 💦 gibts da kaum.
Eigentlich wollten wir am Campingplatz im Park übernachten – der war aber wegen eines Pumas, der dort herumstreift, gesperrt. So durften wir das Zelt im Herren WC aufstellen 👍
Zum Frühstück Besuch vom Pampa Hasen
Auf der Weiterfahrt zurück zur RN 40 durchquerten wir wieder faszinierende Landschaften und trafen einen Radfahrer aus Brasilien.
Der Brasilianer schrieb dann über Facebook über uns folgendes 😀
Die Australierinnen, die wir in Salta wieder getroffen haben, haben uns den Floh ins Ohr gesetzt, dass wir über die Ruta 40 nach Cafayate fahren sollen. Das ist zwar ein Umweg von ca. 5 Tagen aber was soll’s. Und wenn es landschaftlich schön ist ….
Am Anfang steht ein Pass von ca 3500m am Programm. Da Salta auf 1200m Seehöhe liegt, bedeutet das, 2 Tage bergauf fahren. Aber die Landschaft entschädigt .
Auffahrt zum Piedra del Molino
Es gibt wieder Lamas!
Auf der anderen Seite des Passes geht es dann in das Valle de Calchaqui, durch das auch die Ruta 40 führt.
Da gibt es schöne Camping Plätze ( mit Wiese ), Weingüter, aber auch viel Staub, Sand und Ripio auf der Ruta 40.
Entlang der Ruta 40 durch das Valle de CalchaquiPause in Seclantas , wo Pio ein Slow Food Lokal betreibt. Ein gemütlicher Ort, den man ungern verlässt ….Und so feierten wir Gerolds Geburtstag Auf der Weinstraße Flora und Fauna werden bunter
So fahren wir 4 Tage durch das fruchtbare Tal ( Weinbau, Obst, Gemüse, Getreide, ….), bis wir vor Cafayate wieder auf Asphalt treffen.
Nach 140 km Staub, Treibsand und Ripio gibts wieder Asphalt
Der Asphalt empfing uns gleich mit einem kräftigen Lüftchen
Von Cafayate geht es nun ca. 1000km bis nach Mendoza – wir werden wieder berichten.
Cafayate und Ruinas de Quilmes
Cafayate ist bekannt für seinen Wein und seine Weingüter. Da mussten wir auch eine Weinverkostung machen.
Weingüter und Weinverkostung in Cafayate
Unweit von Cafayate (50 km südlich) liegen die Ruins de Quilmes. Eine Stadt aus dem 8 Jahrhundert vom Volk der Quilmes.
Ruinas de Quilmes
Weiter Richtung Süden
Weiter ging’s über Belén und Chilecito nach Villa Union auf der Ruta 40. Es gab viel Wind von vorne und an wenigen glücklichen Tagen auch Wind von hinten 😀.
Es war Horizont fahren angesagt. D.h. die Straße reicht einfach bis zum Horizont – und wenn man den Punkt erreicht hat, gibts einen neuen Horizont … 🤪.
Ein paar Impressionen haben wir eingefangen
Impressionen von 600 km auf der Ruta 40
Der einzige Pass seit Cafayate (2040 m)
Jetzt gehts weiter Richtung Süden über die Ruta 78 in den Nationalpark Parque Nacional Talampaya und dann über die Ruta 140 zurück zur Ruta 40.
Bevor wir über Argentinien schreiben, noch eine Besonderheit vom Grenzübergang Villazon – La Quiaca. Für Waren, welche per Hand über die Grenze gebracht werden, fallen nämlich keine Zollgebühren an.
Das ergibt dann die skurrile Situation, dass ganze LKW Ladungen in Argentinien abgeladen und per Leiterwagen nach Bolivien transportiert werden.
In Argentinien sind wir dann zum Nationalpark Laguna de los Pozuelos über die Ruta 40 und 69 gefahren, um nochmals Flamingos und andere Vögel zu beobachten, und dann weiter nach Abra Pampa – alles Staubstrassen – ausgestattet mit feinsten argentinischen Ripio.
Ripio vom Feinsten 😰
Auf der Fahrt gab es nicht nur jede Menge Staub, sondern auch geniale Aussichten
Der Nationalpark ist für seine Tierwelt bekannt
In Abra Pampa sagt uns das Bier, wohin die Reise geht.
Von Abra Pampa geht es bei „gutem“ Gegenwind über Tres Cruces immer abwärts Salta entgegen.
Felsformationen bei Tres CucesInkasiedlung Pucara bei TilcaraCamino de los Colores in Purcamarca
Über den Regionalpark de Yala zu den Termas de Reyes, wo sich die Fauna markant ändert
Im Regionalpark de Yala
Hier hatten wir seit gut eineinhalb Monaten zum ersten Mal Regen.
Weiter ging’s über San Salvador de Jujuy, El Carmen und dem Camino de Yungas auf der Ruta 9 nach Salta.
Auf dem Weg Richtung Salta
Salta
Bevor wir ein paar Bilder von Salta posten, einige wirtschaftliche Erkenntnisse aus den ersten 2 Wochen in Argentinien.
Argentinien hat derzeit eine Inflation von ca 100-120% pro Jahr. Das hat zur Folge, dass viele, die es sich leisten können, in den $ oder den € flüchten. Mit den Auswirkungen, dass es 2 Wechselkurse gibt. Den offiziellen bei der Bank und den $ oder € Blue Wechselkurs, den es bei Wechselstuben, Geschäften, Western Union und bei der Kreditkartenabrechnung gibt.
Derzeit ist der offizielle Wechselkurs ca 1€/$ = 350 Pesos. Der Bluekurs ist ca. 1€/$ = 900-1000 Pesos.
Da der größte argentinische Geldschein 1000 Pesos ist (Gegenwert ca 1€), ist man immer mit einer Unmenge von Scheinen unterwegs (z.B im Bild haben die Scheine einen Gegenwert von ca. 200€)
Da die Bankomaten nur 15.000 Pesos ausspucken, ist es ein Markenzeichen, dass bei jedem Bankomaten immer eine Menschenschlage steht.
Aber morgen Sonntag sind ja Wahlen …. mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.
Für uns hat das den Vorteil, dass bei dem Wechselkurs das Reisen sehr günstig ist ….
In Salta haben wir die beiden Australierinnen, die wir in Bolivien am Salzsee, und die Schweizer, welche wir 4 Tage davor in Purmamarca getroffen haben, wiedergesehen und hatten einen vergnügten Vormittag.
Radler(innen) treffen in Salta
Salta selbst ist eine hübsche Stadt mit ca 600.000 Einwohnern, aber seht selbst.
Auf alle Fälle ist der Unterschied zu Bolivien gewaltig. Die Bevölkerung in Bolivien ist viel indigener, die Städte Potosi und Sucre haben das Erbe des Silberreichtums. In Salta ist man sich nicht sicher, ob man in Spanien, Italien oder in Argentinien ist. Die Menschen und die Kultur ist gegenüber Bolivien viel europäischer.
Gestärkt geht es ab Morgen wieder in die Berge auf die Ruta 40 und dann weiter Richtung Süden.
Zwischen Cafayate und Mendoza müssen wir noch mehrere Rebsorten ausprobieren – alle sind sehr verheißungsvoll