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In Argentinien nach Salta

Bevor wir über Argentinien schreiben, noch eine Besonderheit vom Grenzübergang Villazon – La Quiaca. Für Waren, welche per Hand über die Grenze gebracht werden, fallen nämlich keine Zollgebühren an.

Das ergibt dann die skurrile Situation, dass ganze LKW Ladungen in Argentinien abgeladen und per Leiterwagen nach Bolivien transportiert werden.

In Argentinien sind wir dann zum Nationalpark Laguna de los Pozuelos über die Ruta 40 und 69 gefahren, um nochmals Flamingos und andere Vögel zu beobachten, und dann weiter nach Abra Pampa – alles Staubstrassen – ausgestattet mit feinsten argentinischen Ripio.

Ripio vom Feinsten 😰

Auf der Fahrt gab es nicht nur jede Menge Staub, sondern auch geniale Aussichten

Der Nationalpark ist für seine Tierwelt bekannt

In Abra Pampa sagt uns das Bier, wohin die Reise geht.

Von Abra Pampa geht es bei „gutem“ Gegenwind über Tres Cruces immer abwärts Salta entgegen.

Über den Regionalpark de Yala zu den Termas de Reyes, wo sich die Fauna markant ändert

Hier hatten wir seit gut eineinhalb Monaten zum ersten Mal Regen.

Weiter ging’s über San Salvador de Jujuy, El Carmen und dem Camino de Yungas auf der Ruta 9 nach Salta.

Salta

Bevor wir ein paar Bilder von Salta posten, einige wirtschaftliche Erkenntnisse aus den ersten 2 Wochen in Argentinien.

Argentinien hat derzeit eine Inflation von ca 100-120% pro Jahr. Das hat zur Folge, dass viele, die es sich leisten können, in den $ oder den € flüchten. Mit den Auswirkungen, dass es 2 Wechselkurse gibt. Den offiziellen bei der Bank und den $ oder € Blue Wechselkurs, den es bei Wechselstuben, Geschäften, Western Union und bei der Kreditkartenabrechnung gibt.

Derzeit ist der offizielle Wechselkurs ca 1€/$ = 350 Pesos. Der Bluekurs ist ca. 1€/$ = 900-1000 Pesos.

Da der größte argentinische Geldschein 1000 Pesos ist (Gegenwert ca 1€), ist man immer mit einer Unmenge von Scheinen unterwegs (z.B im Bild haben die Scheine einen Gegenwert von ca. 200€)

Da die Bankomaten nur 15.000 Pesos ausspucken, ist es ein Markenzeichen, dass bei jedem Bankomaten immer eine Menschenschlage steht.

Aber morgen Sonntag sind ja Wahlen …. mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Für uns hat das den Vorteil, dass bei dem Wechselkurs das Reisen sehr günstig ist ….


In Salta haben wir die beiden Australierinnen, die wir in Bolivien am Salzsee, und die Schweizer, welche wir 4 Tage davor in Purmamarca getroffen haben, wiedergesehen und hatten einen vergnügten Vormittag.

Radler(innen) treffen in Salta

Salta selbst ist eine hübsche Stadt mit ca 600.000 Einwohnern, aber seht selbst.

Auf alle Fälle ist der Unterschied zu Bolivien gewaltig. Die Bevölkerung in Bolivien ist viel indigener, die Städte Potosi und Sucre haben das Erbe des Silberreichtums. In Salta ist man sich nicht sicher, ob man in Spanien, Italien oder in Argentinien ist. Die Menschen und die Kultur ist gegenüber Bolivien viel europäischer.

Gestärkt geht es ab Morgen wieder in die Berge auf die Ruta 40 und dann weiter Richtung Süden.

Zwischen Cafayate und Mendoza müssen wir noch mehrere Rebsorten ausprobieren – alle sind sehr verheißungsvoll

Auch die Kuchen sind nicht zu verachten

Auf zur argentinischen Grenze

Von Potosí geht es über Tupiza zum Grenzort Villazon auf bolivianischer Seite (ca 350km). Auf der Fahrt bewegen wir uns immer zwischen 2500 – 4000m – also ein kräftiges auf und ab, wobei die Steigungen meistens so bei 3-6% liegen. D.h. aber, dass es Abfahrten von 40-50 km und auch Auffahrten von 40-50 km gibt. Maßgeblich für das Weiterkommen ist somit der Wind – ob er von vorne bremst oder von hinten schiebt🤗.

Teilweise war es auch recht einsam ….

Erinnert euch das an was ….. 😀

Kurz vor der argentinischen Grenze ist noch der ( neue ) Freilauf von einem Hinterrad eingegangen. War dann als Fixi mit Gangschaltung und Bremse zu fahren….. . Jetzt in Villazon hoffen wir auf die Wunderhände von einem Fahrradmechaniker, der den Freilauf provisorisch repariert.

Bolivien Resümee

Nach nahezu 5 Wochen in Bolivien 🇧🇴 verlassen wir dieses Land mit einem weinenden Auge. Als Erinnerung bleiben die

  • Freundlichkeit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Leute
  • Die faszinierenden Landschaften und die überwältigende Natur
  • Super Essen in fast jedem Dorf, Garküchen an den Straßen in größeren Orten

Es wird sehr viel an Infrastruktur in den Dörfern errichtet ( fließendes Wasser in den Häusern, Kanal, Pflasterung der Straßen in den Dörfern, …. ). Und ja, fast in jedem Dorf gibt es eine Schule mit einem großen Sportplatz, wo sich die Kinder auch nach der Schule bis zum Abend austoben können.

Die negative Seite ist das Müllproblem neben den Straßen. Man sieht jede Menge Plastikmüll, Glas und Alu Dosen neben den Straßen liegen. Durch den permanenten Wind wird das Plastik natürlich auch noch weiter in die Landschaft vertragen …. Da gibt es noch jede Menge Potential ….

Aber auf alle Fälle ein Land zum Wiederkommen.

Für alle, die es interessiert – unsere bisherige Reiseroute:

Bis dato sind wir ca.

1.660 km und 18.000 hm

geradelt

Und jetzt sind wir einmal gespannt, was Argentinien 🇦🇷 für uns bereit hält.

Die Mining Tour – ein Tag im Cerro Ricco (Potosi)

Nach der Rückkehr nach Potosí – mit dem Bus – gehts in den Silberberg (Cerro Ricco). Dort arbeiten mehrere 1000 Mineros, um das Silber, Zink und andere Materialien zu gewinnen. Die Wertschöpfung bleibt aber nicht in Bolivien, sondern die getrennten Metalle werden nach Chile und China zur Weiterverarbeitung verkauft.

Im Berg selbst wird vieles händisch erledigt.

  • Löcher bohren mit Pressluft
  • Sprengen mit Dynamit ( kann JEDER! im Miners Market kaufen )
  • Erzabtransport mit dem Hunt ( ca. 1 Tonne Erz ) durch 2 junge Assistenten. Dieser wird mit Muskelkraft geschoben/gebremst.
  • Alles außerhalb des Berges erfolgt dann mit Bagger und LKW

Die Hierarchie im Berg ist streng geregelt. Es gibt

  • Den Manager mit seinem Stellvertreter. Er ist für die Verfolgung der Erzadern, Setzung der Sprengungen und den Verkauf des Erzes verantwortlich
  • Die Assistenten, welche für den Transport des Erzes aus dem Berg verantwortlich sind.

Jeder im Berg fängt als Assistent an und kann dann frühestens nach 5 Jahren zum Manager aufsteigen.

Die jungen Burschen und Mädchen fangen so mit 15 – 16 Jahren an zu arbeiten. Auf Grund der widrigen Arbeitsbedingungen ( vor allem Staub ) liegt leider die Lebenserwartung auch heute nur bei 40-50 Jahren.

Herta beim Dynamiteinkauf

Beladung des Hunt im Berg

Entladung des Hunt an der Sammelstelle

Nach mehreren Tagen Stadtbesichtigungen in Potosí und Sucre gehts nun weiter Richtung Argentinien.

Sucre, die Hauptstadt Boliviens

Die Fahrt nach Sucre hört sich für Radfahrer für 2 Tage Anreise verheißungsvoll an. Es geht auf 100km von 4100m auf 2200m hinunter und dann auf ca 60km wieder auf 2800m hinauf. Ja, wenn nur nicht am späteren Vormittag immer ein starker Gegenwind (Sturm) aufgekommen wäre… .

Auf der Fahrt selbst gibt es keine landschaftlichen Highlights wie die letzen Tage, dafür merkt man, wie sich durch das Herunterfahren auf 2200m die Natur ändert. Es gibt auf einmal Wiesen, blühende Bäume, Vögel, Grillen, …. Auch die Märkte in den Orten werden bunter.

Am Ende des ersten Tages durften wir in Millares am Sportplatz der Schule campieren und waren bei den Kindern des Dorfes die Hauptattraktion.

Am zweiten Tag ging es dann gegen den Wind nach Sucre, wo wir ein nettes Hostal direkt neben dem Mercado Central und der Plaza Mayor finden.

Die Stadt Sucre

Erste Eindrücke von Sucre sammeln wir mit Pablo. Er ist eine Guide von den Free Walking Tours, die es weltweit gibt. D.h. man meldet sich für eine Tour an und es gibt keinen fixen Preis, sondern man zahlt das, was einem die Tour wert war.

Sucre selbst ist die alte Hauptstadt Boliviens. In La Paz sind zwar alle Ministerien und die Regierung, aber in Sucre ist der Oberste Gerichtshof. Aus Sicht von Pablo, dem Guide, gibt es in Bolivien 2 Hauptstädte 😀.

Sucre ist so um 1510 gegründet worden und man wähnt sich in einer Stadt in Andalusien

Auch für hungrige Radler ist im Mercado Central oder auf den Straßen gut gesorgt

Boliviens Unabhängigkeit von Spanien ist in der Casa de la Libertad dokumentiert.

Auch die Kathedrale ist sehenswert.

Da wir aber die gleiche Strecke nach Postosi nicht mehr mit dem Rad zurückfahren wollen, gehts morgen in 3 Stunden mit dem Bus zurück.

Potosí

Das Zentrum von Potosi (rund um den Plazza Major) ist rein spanisch geprägt und zeugt von vergangenem Reichtum.

In der „Casa de la Moneda“ wurden in der Vergangenheit die Silbermünzen für Spanien geprägt, welche aber weltweit als Zahlungsmittel anerkannt wurden.

Auch die Kathedrale (welche früher nur von Spaniern besucht werden durfte) ist ein Highlight.

Aber auch das ist Potosi

Das war’s einmal von Potosi – jetzt gehts weiter nach Sucre, der Hauptstadt von Bolivien.


Fahrt nach Potosí und Potosí

Wer weiß schon, dass Potosí

  • die höchst gelegene Großstadt der Welt ist (zwischen 3900m und 4100m) ist
  • im 17 Jahrhundert
    • eine der größten Städte der Welt,
    • die reichste Stadt der Welt,
    • die Stadt mit der größten industriellen Anlage der Welt war.

Wir nicht …..

Möglich gemacht hat das der über der Stadt thronende Cerro Ricco. Ein Berg, in dem sich schier unerschöpfliche Silberadern befinden. Dieser Berg und die Arbeitskraft der indigenen Bevölkerung hat zum ehemaligen Reichtum diese Stadt und Spaniens maßgeblich beigetragen.

Auch heute ist Potosí eine Bergwerksstadt. Man merkt das, wenn man in den Großraum Potosi kommt, wo der LKW Verkehr, der Staub und die Abgase sprunghaft ansteigen.

Die Fahrt von Uyuni nach Potosi ( ca. 210km ) gestaltete sich landschaftlich sehr abwechslungsreich.

Auf dem Salar de Uyuni

Von Jirira sind wird dann über den Salar de Uyuni zur Isla Incahuasi geradelt, wo wir eine Zeltnacht verbracht haben

Auf der Insel wohnen seit ca. 50 Jahren Aurelia und Alberto (beide 80+), die einen kleinen Kiosk betreiben. Am Abend wurden wir mit einem Abendessen verwöhnt.


Wie ist es so auf dem Salzsee:

Man muss sich einen gefrorenen, mit ein paar cm Schnee bedeckten See vorstellen. Nur dass das die gesamte Fläche absolut griffig ist. Damit macht das Radfahren wirklich Spaß. Man rollt auf einer gefühlten unendlich großen weißen Fläche fast ohne Widerstand dahin.

Orientierung bieten nur die am Horizont erscheinenden Berge oder die Fahrspuren der Autos, denen man 40-100km folgt.

Die Temperaturen sind jetzt zu Frühlingsbeginn ganz angenehm. So zwischen 10-20 Grad C am Tag und um den Gefrierpunkt in der Nacht.

Leider gibt es auch immer wieder Unfälle auf dem Salar, wovon etliche Kreuze zeugen

Einen kleinen Eindruck von der Fahrt auf dem Solar ist in dem Video zu sehen

Wer mehr über den Salzsee wissen möchte einfach bei Wikipedia nachsehen. https://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Uyuni


Von der Isla Incahuasi geht es dann über 95 km zur – für uns ersten größeren Stadt in Bolivien – Uyuni.

Treffen mit australischen und holländischen Radlerinnen mitten am Salar – alle auf dem Weg Richtung Patagonien

kaum ist man vom Salar weg – was sieht man: Bahngleise!

Uyuni ist erreicht:

Früher war Uyuni ein Bahnknoten, der den Alti Plano mit Argentinien und der Pazifik Küste verbunden hat, um vor allem das Silber und Zink aus den Minen von Potosí weiter zu versenden. Für uns ist Uyuni die erste größere Stadt in Bolivien, wo wir eine ATM Maschine finden, um Bargeld aufzustocken. Aber es gibt lebendige Märkte, einen Salar Tourismus, Cafés und alles, was man so benötigt 😜

Uyuni Zentrum

In den nächsten Tagen geht es nach Potosi weiter – von wo wir uns wieder melden.

So zwischendurch

Wir möchten uns jetzt einmal für eure netten Kommentare bedanken! Wir lesen sie alle – und freuen uns jedes Mal total darüber, dass unser Blog so reges Interesse findet!

Auch wir empfinden jeden Tag als spezielle Erfahrung! Als Radler lernt man so viele Leute kennen. Kaum steigt man im Dorf ab, wird man schon gefragt, von wo man kommt und langsam können wir mit unseren minimalen Spanisch Kenntnissen schon einfache Gespräche führen. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und wir haben jeden Tag lustige Erlebnisse. Manche wundern sich, dass wir aus Europa durch ihr Dorf kommen und sind stolz darauf und freuen sich, weil wir auch unsere Begeisterung mitteilen. Als wir in dem halbfertigen Gemeindehaus übernachten durften, hatten wir nach Schulschluss viel Spaß mit den Volksschulkindern – auch dank iPad und Google translate ….

Langsam kommen wir auch in Regionen, wo wir andere Radler treffen und man gefragt wird, wieviele Wochen, Monate oder Jahre man unterwegs ist 😀

Am Rande des Salar de Uyuni

Eines der grössten bolivianischen Naturwunder ist der Salar des Uyuni. Von Salinas aus sind wir noch ca 40km eine Sandpiste gefahren, bis wir einen ersten Blick auf den Salar werfen konnten.

Nach dem Bezug einer netten Hospedaje sammeln wir erste Eindrücke vom Salar

Jetzt gehts dann weiter auf die Inseln im Salar …

Auf den Weg zum Salar de Uyuni

Seit 7 Tagen sind wir nun auf dem Alti Plano (immer zwischen 3700-3900 m) unterwegs zum weltweit größten Salzsee, dem Salar de Uyuni. Die grobe Route ist: Sajama – Turco – Ancaravi – Orinoca – Santurio de Quillacas – Salinas de Garci-Mendoza. Von da sind es nur mehr 30 km auf einer Dirt Road zum (Salz)See (aber davon später).

Der Tagesablauf hat sich eingependelt. So gegen 07:30 aus dem Zelt kriechen ( vorher ist es zu kalt ) – Frühstück – bis Mittag fahren – Mittagessen bei einer der Garküchen, welche in jedem größeren Ort zu finden sind – bis ca 15/16:00 weiterfahren und dann einen Platz zum Übernachten suchen (Zelt, Hospedaje, Amtsgebäude,… oder was sich so noch findet) und danach eine Kleinigkeit essen. Um ca. 18:30 wird es finster und kalt und wir kuscheln uns gerne in unsere Schlafsäcke.

Gemütlicher Zeltplatz auf dem Weg zum Salar de Uyuni

Nächtigung in Bengal Vito im Gemeindehaus

Eindrücke vom Alti Plano

Impressionen einer Fiesta in Ardamarca

auf rd 300 km geht es ohne nennenswerte Höhenunterschiede fast eben dahin. Die Straßen sowie die Landschaft verschwimmen im Horizont.

Perfekte Stärkung in einer Garküche

Salinas de Garci-Mendoza ist erreicht. Wo wir einen Ruhetag einlegen – uns es gut gehen lassen und einen Blick auf die kommenden Tage auf dem Salar de Uyuni werfen

Morgen geht es dann in 2-4 Tagen weiter über den Salzsee nach Uyuni.