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Die erste Hälfte der Carretera Austral

Die Carretera Austral ist eine der schönsten Fernstraßen der Welt. Sie beginnt in Puerto Montt und endet ca. 1200 km weiter im Süden in Villa O‘Higgins. Von dort kann man mit dem Schiff und zu Fuß oder mit dem Rad nach Argentinien weiterreisen. Entlang der Carretera Austral durchfährt man malerische Landschaften und viele Nationalparks.

Anfangs geht es entlang des Pazifiks durch kleine Fischerorte

mit malerischen Sonnenuntergängen

und mit dem Schiff weiter zum Parque National Pumalin mit (essbarem) Riesen-Rhabarber (Nalcas) und uralten Alerce Bäumen.

Ein netter Wanderweg führt zu einigen uralten Alerce Bäumen

In El Amarillo gibt es ein nettes Café und ein, beim Kartographieren der Carretera Austral abgestürztes Flugzeug.

Wir radeln Richtung Süden zum Parque Nacional Queulat

Im Parque Nacional Queulat ist auf ca. 40 km alles vorhanden: Meer, Regenwald, vergletscherte Berge und natürlich glasklares Wasser in den Gebirgsbächen

Verirren kann man sich auch nicht 😀

Es geht entlang von Blumenwiesen, Kirschbäumen und schneebedeckten Bergen nach Puerto Aysen, wo wir ein paar Rasttage über Silvester einlegen.

Mit einem Katamaran machen wir von Puerto Aysen aus eine Exkursion zum Gletscher San Rafael im Parque Nacional Laguna San Rafael, welcher direkt ins Meer kalbt

Einfach nur faszinierend

Von Puerto Aysen geht es nun weiter nach Coyhaique.

Durchs chilenische Seengebiet auf die Carretera Austral

Von der chilenischen Grenze geht es durch eine grandiose Vulkan- und Seenlandschaft.

Der Vulkan Puyehue (im Hintergrund) ist im Juni 2011 ausgebrochen. Die Bäume konnten 1 Jahr keine Photosynthese machen und sind dann abgestorben, Aber es gibt schon wieder Sträucher und junge Bäume, ….

Man kommt sich vor wie in Mitteleuropa, saftig grüne Wiesen, rauschende Bäche und gut genährte Kühe, Schafe, …

In Cochamo erreichen wir nach mehr als drei Monaten wieder den Pazifik. Da für den nächsten Tag Dauerregen angesagt ist, mieten wir uns für 3 Tage eine nette Cabanja

Am Tag nach dem Regen erkunden wir Cochamó

Dann geht es noch 80 km auf teilweise Schotterstraße bis Caleta Puelche, wo wir auf die Carretera Austral treffen.

Wichtig ist immer 🤪 …

Durchs argentinische Seengebiet nach Chile

Der für längere Zeit letzte Abschnitt in Argentinien führt durch das argentinische Seengebiet zur chilenischen Grenze.

Die erste Station ist Villa Pehuenia am Lago Alumine mit dem Besuch des Vulkans Volcán Batea Mahuida

Zum Vulkan geht es immer wieder durch wunderschöne Araukarienwälder

Weiter geht es über 100 km dem Rio Alumine entlang nach Junín de los Andes.

Dann zum Lago Loloc und nach San Martin de los Andes.

In San Martin de los Andes fängt die Ruta de siete Lagos an. Diese Straße führt durch 2 Nationalparks und an 7 großen Seen vorbei. Alle kristallklar und entsprechend frisch 😁🥶. Die Landschaft ist wie im Salzkammergut nur alles 10 mal so groß und 10 mal weniger besiedelt.

Wir haben dabei innerhalb von 1-2 Stunden mehr Radfahrer getroffen als die ganzen 3 Monate vorher.

Zusätzlich fährt man noch über die kontinentale Wasserscheide, wo ein Fluss durch einen Fels in 2 Teile geteilt wird. Der eine Teil des Flusses fließt in den Pazifik, der andere in den Atlantik.

Villa la Agngostura ist vorerst der letzte argentinische Ort, wo wir einen Regentag abwarten, bevor es über den Paso Cardenal Antonio Samoré ins chilenische Seengebiet geht.

Papageien 🦜 gibts noch immer

Auf geht’s zur chilenischen Grenze.

Chile ist nach guten 3 Monaten wieder erreicht.

Wir sind in Patagonien!

Von Malargüe aus geht’s immer der Ruta 40 entlang in Richtung Süden. Zuerst noch auf Asphalt – aber dann für 80 km auf „feinsten“ argentinischen Ripio. Wo Flüsse fließen, blüht das Leben, ansonsten gibt es viel Pampa.

Die Abstände zwischen größeren Orten werden länger, aber mit Google Maps und IOverlander finden wir immer nette Campingplätze.

Mit dem Überschreiten des Rio Barrancas ist die Region Patagonien erreicht.

Ins Argentinische – Chilenische Seengebiet

In Patagonien ist das nächste Ziel das argentinische – chilenische Seengebiet. Um das zu erreichen, müssen noch einige km in langsam interessanter werdender Landschaft mit patagonischen Winden durchradelt werden.

Bei Gauchito Gil wurden wir super versorgt und durften auf Grund des patagonischen Lüftchens in seiner Gaststube übernachten

Über Las Lajas geht es dann in 2 Tagen ins Seengebiet. Nur die Araukarien Bäume und die argentinische Siesta unterscheiden sich vom Salzkammergut

In den letzten Tagen erlebten wir, wie sich die Flora in 2-3 Tagen total verändern kann. Von ausgedehnter Pampa in eine beeindruckende Seenlandschaft.

Und jetzt geht es weiter durch das argentinische Seengebiet. In einer guten Woche werden wir die Grenze nach Chile überqueren.

Patagonien entgegen

Am direkten Weg von Mendoza nach Patagonien ( der Grenzfluss zur Region Patagonien ist der Rio Barrancas ) sind das noch ca. 400 km.

Aber es gibt da einige interessante Umwege, die wir nicht auslassen wollen.

So sind wir von Mendoza nicht direkt Richtung Süden gefahren, sondern haben den Umweg über ein schönes Andental und eine beeindruckende Hochebene gemacht, um direkt im Weinbaugebiet südlich von Mendoza zu landen.

In der Weinebene kurz vor Tupungato kamen wir in einen Sturm (Böen so um 80-90 km/h), den wir dann vom Hotel aus betrachteten.

Nach dem Sturm geht es am nächsten Tag durch die Weinebene südlich von Mendoza (Valle de Uco).

Radwege fangen auch hier, wie bei uns, unvermutet an.

Weiter geht es nach San Rafael, der zweitgrößten Stadt der Provinz Mendoza und von dort zu einem beeindruckenden Canyon ( Canon de Atuel) und zurück zur Ruta 40 nach Malargüe.

Ganz wichtig! Wifi gibts nahezu in jedem Lokal.

Flug der Kondore im Canon de Atuel

Kondore am Boden

Ein Monat Argentinien

Nachdem wir Mendoza hinter uns gelassen haben, ist es Zeit, einmal eine Zwischenbilanz zu ziehen

Geradelt sind wir bisher in Argentinien bis Mendoza ca. 2100 km und ca. 13.900 hm. Wir sind großteils der Ruta 40 gefolgt mit ein paar Abweichungen.

Temperaturen hatten wir von +10 bis +40 Grad.

Wind von 0 bis 100 km/h.

Argentinien selbst ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt die Siesta zwischen 13 und 17 Uhr. In dieser Zeit ist alles tot. Alle Lokale haben zu, der Großteil der Geschäfte, …. Das gesamte Leben kommt während dieser Zeit zum Stillstand.

Abendessen in den Lokalen gibt es frühestens so gegen 20 – 20:30. Das ist natürlich für hungrige Radler nicht optimal.

Die Geschäfte selbst haben am Abend dann zwischen 17 und 21(22) Uhr wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten bestimmt aber jedes Geschäft selbst. Sonntag ist ganz speziell. Da hat nämlich alles zu – auch der Großteil der Lokale. Man muss also immer genügend Essreserven mitführen, um nicht zu hungern …. Haha 😀.

Unabhängig davon gibt es jeden Tag nette und lustige Begegnungen. Die Leute sind total nett und hilfsbereit. Des Öfteren wird vom Auto aus auch gefragt, ob alles in Ordnung sei und wir genug Wasser haben….

Zurück auf der Ruta 40 nach Mendoza

In San José de Jachal trafen wir wieder auf die Ruta 40. Von da sind es nur mehr flache 350km nach Mendoza.

Es gab nur 2 Hindernisse – die Hitze und den Wind. Wenn der Wind aus Norden kommt (=Rückenwind) bedeutet das, dass es extrem heiß wird. Wir hatten 39 Grad im Schatten. Der kühle Wind kommt aus dem Süden (Gegenwind), aber meistens in Sturmstärke.

Es gibt nette Erlebnisse in den Orten und ansonsten ist viel Horizont fahren angesagt.

Hier gab es einmal eine Eisenbahn

Nette Gespräche in einem Café in Media Agua

Von Villa Union in den Parque Nacional Talampaya und den Parque Provincial Ischigualasto

Eigentlich wollten wir ja auf der Ruta 40 weiter Richtung Süden fahren. Aber dann sind uns Parallelstrassen aufgefallen, welche durch 2 Naturparks führen, die wir natürlich sehen wollten.

Da die Gegend wenig besiedelt ist – eine Stärkung vorher kann nicht schaden 😀

Werden da Erinnerungen wach ?

Es ist der Nationalpark Talampaya und der Provinzpark Ischigualasto, welche beide zum UNESCO Weltnaturerbe gehören.

Nach ca. 60 km erreichen wir den Nationalpark. Eine Erkundung kann nur mit einer gebuchten Tour in einem 4 WD Autobus durchgeführt werden.

In diesem Park gibt es faszinierende Canyons, die durch Wasser gebildet wurden.

Einige Eindrücke haben wir eingefangen

Teilweise war´s etwas rumpelig

Am nächsten Tag geht es weiter zum Parque Provincial Ischigualasto, auch bekannt unter Valle de Luna.

Aber bis dahin war noch Horizontfahren angesagt.

Der Park selbst kann nur mit einem Auto besucht werden

Von 2 Touristen aus Uruguay wurden wir in ihrem Auto mitgenommen, um den Park zu erkunden

In diesem Park wurden die Gesteine vom Wind geformt. Wasser 💦 gibts da kaum.

Eigentlich wollten wir am Campingplatz im Park übernachten – der war aber wegen eines Pumas, der dort herumstreift, gesperrt. So durften wir das Zelt im Herren WC aufstellen 👍

Zum Frühstück Besuch vom Pampa Hasen

Auf der Weiterfahrt zurück zur RN 40 durchquerten wir wieder faszinierende Landschaften und trafen einen Radfahrer aus Brasilien.

Der Brasilianer schrieb dann über Facebook über uns folgendes 😀

So ein Frechdachs! 😀

Von Salta wieder zur Ruta 40 und Richtung Mendoza

Die Australierinnen, die wir in Salta wieder getroffen haben, haben uns den Floh ins Ohr gesetzt, dass wir über die Ruta 40 nach Cafayate fahren sollen. Das ist zwar ein Umweg von ca. 5 Tagen aber was soll’s. Und wenn es landschaftlich schön ist ….

Am Anfang steht ein Pass von ca 3500m am Programm. Da Salta auf 1200m Seehöhe liegt, bedeutet das, 2 Tage bergauf fahren. Aber die Landschaft entschädigt .

Es gibt wieder Lamas!

Auf der anderen Seite des Passes geht es dann in das Valle de Calchaqui, durch das auch die Ruta 40 führt.

Da gibt es schöne Camping Plätze ( mit Wiese ), Weingüter, aber auch viel Staub, Sand und Ripio auf der Ruta 40.

So fahren wir 4 Tage durch das fruchtbare Tal ( Weinbau, Obst, Gemüse, Getreide, ….), bis wir vor Cafayate wieder auf Asphalt treffen.

Nach 140 km Staub, Treibsand und Ripio gibts wieder Asphalt

Der Asphalt empfing uns gleich mit einem kräftigen Lüftchen

Von Cafayate geht es nun ca. 1000km bis nach Mendoza – wir werden wieder berichten.


Cafayate und Ruinas de Quilmes

Cafayate ist bekannt für seinen Wein und seine Weingüter. Da mussten wir auch eine Weinverkostung machen.

Unweit von Cafayate (50 km südlich) liegen die Ruins de Quilmes. Eine Stadt aus dem 8 Jahrhundert vom Volk der Quilmes.

Ruinas de Quilmes

Weiter Richtung Süden

Weiter ging’s über Belén und Chilecito nach Villa Union auf der Ruta 40. Es gab viel Wind von vorne und an wenigen glücklichen Tagen auch Wind von hinten 😀.

Es war Horizont fahren angesagt. D.h. die Straße reicht einfach bis zum Horizont – und wenn man den Punkt erreicht hat, gibts einen neuen Horizont … 🤪.

Ein paar Impressionen haben wir eingefangen

Der einzige Pass seit Cafayate (2040 m)

Jetzt gehts weiter Richtung Süden über die Ruta 78 in den Nationalpark Parque Nacional Talampaya und dann über die Ruta 140 zurück zur Ruta 40.